Ausstellung am

Veranstaltungsort: Galerie im Neuen Augusteum

"Max Klinger und die Universität Leipzig – Das verlorene Aulawandbild im Kontext"
Thema der Ausstellung ist Klingers Aulawandbild "Die Blüte Griechenlands", das er 1908 für die Universität schuf. Der Entstehungsprozess des Kunstwerks wird anhand von Entwürfen und Studien nachgezeichnet. Die Ausstellung nimmt eine Einordnung in den architektonischen Rahmen, das von Arwed Rossbach geschaffene Hauptgebäude, und seine Kunstausstattung vor und behandelt die Beziehungen Klingers zur Universität.

Im Jahr 1909 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500jährigen Jubiläum der Leipziger Universität Max Klingers Aulawandbild „Die Blüte Griechenlands“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Auftrag für das Gemälde war dem Künstler 1896 im Zusammenhang mit den von Arwed Rossbach geleiteten Um- und Neubauten der Universität am Augustusplatz von der Sächsischen Staatsregierung übertragen worden. Wie so viele historische Raumausstattungen verbrannte das 6 x 20 Meter große Leinwandbild im Zweiten Weltkrieg und verschwand aus dem kulturellen Gedächtnis. Mit der Ausstellung sollen Künstler und Gemälde neu betrachtet und eingeordnet werden.

Das Gemälde beruft sich auf ein antikes Bildungsideal, dessen Inszenierung in der Universitätsaula nur allzu passend erschien. Zu sehen sind mehrere Figurengruppen der griechischen Geschichte und Mythologie – platziert vor dem Hintergrund einer abwechslungsreichen, pastellfarbenen Landschaft. Etwas losgelöst vom Geschehen posiert Aphrodite ganz links am Bildrand. Daneben befindet sich Homer, der zu einer vor ihm im Gras sitzenden Menschengruppe spricht. Am äußeren rechten Rand betritt Alexander der Große die Szene. Dazwischen tummeln sich Philosophen und Dichter, Jungfrauen, Jünglinge und Musen. Wie bei vielen Werken Klingers lässt auch dieses Gemälde keine eindeutige Bildaussage zu, sondern es lädt ein zu vielfältigen Deutungen und Assoziationen.

Die Publikation, die als Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung erscheint, stellt das Wandbild im Kontext der künstlerischen Ausstattung der Bauten Rossbachs vor. Verschiedene Aufsätze beleuchten den Entstehungsprozess des Werkes, den Einfluss der Universität auf dessen inhaltliche und gestalterische Konzeption sowie die Rolle der Altertumswissenschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zugleich werden Klingers vielfältige Beziehungen zur Universität und zu einzelnen Professoren wie Karl Lamprecht, August Schmarsow, Franz Studniczka oder Wilhelm Wundt aufgezeigt.