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Zum 60. Jubiläum des Universitätsrechenzentrums in diesem Jahr bereiten die Kustodie und das URZ gemeinsam eine Ausstellung vor, die am 19. Oktober eröffnet wird. Vom 20.10. bis 20.12.2022 und vom 04. bis 28.01.2023 ist diese dann in der Galerie im Neuen Augusteum zu sehen. Die Galerie ist Dienstag bis Freitag von 11 bis 14.30 und 15.00 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Sechs Jahrzehnte IT für Forschung und Lehre – gegründet 1962, feiert das Universitätsrechenzentrum (URZ) Leipzig in diesem Jahr 60-jähriges Bestehen. Die Ausstellung soll nicht nur die verschiedenen Etappen der Entwicklung der IT in Erinnerung rufen, sondern auch durch ausgewählte Kunstwerke den Zeitgeist der Dekaden anklingen lassen.

Beginnend bei der Leibniz'schen Rechenmaschine wird in die Entwicklung der Rechenmaschinen eingeführt, über die mechanischen Geräte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin zu jener Maschine, die von zentraler Bedeutung für die Gründung des Rechenzentrums war: der Zeiss Rechenautomat 1. Die Zeit der Großrechner beginnend in den 1970er Jahren wird repräsentiert durch Werner Tübkes Gemälde „Arbeiterklasse und Intelligenz“ (1970–1973), in welchem er auch damalige Mitarbeiter:innen des URZ verewigt hat. In den 1980iger Jahren eroberten Computer die Schreibtische im Büro und zu Hause, ob PC 1715, Sinclair Spectrum oder KC 84/85. Das Internet trat seinen Siegeszug in den 90ern an, anfangs noch textbasiert unter Nutzung der heimischen Telefonleitung, später dann mit Browser und DSL.

Die zweite Hälfte der Ausstellung ist aktuellen Forschungsschwerpunkten der Universität gewidmet: den Power Usern der Scientific-Computing-Infrastruktur des URZ. Hier erwartet die Besucher:innen ein Einblick in die Technologien des aktuellen Jahrzehnts mit einem Ausblick auf die Zukunft: das KI-Rechenzentrum und Quantencomputing. Eine Illustration des Künstlers P.M. Hoffmann visualisiert das bis 2026 entstehende KI-Rechenzentrum, welches eine leistungsfähige Infrastruktur für Forschung, Lehre und Transfer in Mitteldeutschland etablieren und dadurch in der Region zu einem erfolgreichen Strukturwandel beitragen wird.
 

Begleitprogramm zur Ausstellung


22. November, 18 Uhr
Filmabend

Hörsaal 8, Hörsaalgebäude, Universitätsstraße 3

Kurzfilme:
Geschichtlicher Rückblick zum URZ

Hauptfilm:

„Zwei schräge Vögel“
Filmsatire der DEFA von Erwin Stranka aus dem Jahr 1989.

Der Film, in dem einige Unzulänglichkeiten der DDR satirisch behandelt werden, wurde kurz vor der Wende u. a. an der Universität Leipzig gedreht. Zwei Leipziger Informatikstudenten entwickeln in ihrer Diplomarbeit ein Computerprogramm. Es wird in der Verwaltung der Raumvergabe getestet, wodurch sie ein heilloses Chaos anrichten. Im Film, der mit mehreren heute sehr bekannten Schauspielern besetzt ist (Simone Thomalla, Götz Schubert u. a.), sind echte Computersysteme aus DDR-Produktion, wie der Kleinrechner robotron K1630 oder der robotron A7100, zu sehen.

 

2. Dezember, Dies Academicus, Gründungsjubiläum der Universität
Galerie im Neuen Augusteum

14 Uhr

Führung durch die Ausstellung (Konstantin Groß)

Was waren „Meilensteine“ in der Geschichte von Rechenhilfsmitteln? – Diese Frage beantworte ich anhand ausgewählter historischer Exponate der Jubiläumsausstellung, die zum Teil auch Arbeitsgerät damaliger URZ-Mitarbeiter:innen waren.
 

15 Uhr

„Quantencomputing“

Vorführung des Quantencomputers
Jan Meijer, Universität  Leipzig & SaxonQ

Zusammen mit der Universität Leipzig entwickelt die SaxonQ einen skalierbaren Quantenprozessor, der wie ein gewöhnlicher Computerchip aufgebaut ist und bei Raumtemperatur betrieben werden kann. Der Prozessor basiert auf zusammengesetzten Einheiten von Spin-Qubits in synthetischem Diamant. Jan Meijer demonstriert die Funktion dieses Ansatzes anhand des ersten 4 Qubit Rechners.

 

10. Januar, 18 Uhr
Vortrag und Vorführung mit René Meyer
Besprechungsraum A122, Neues Augusteum, Augustusplatz 10

Computerkunst und Computerspiele in der DDR

Auch in der DDR ist der Computer nicht nur Hilfsmittel, sondern kreatives Werkzeug. Plotter und Drucker geben Kunstwerke aus. Buch-Cover entstehen durch Algorithmen. Musiker wie Reinhard Lakomy experimentieren mit elektronischer Musik. Hobby-Entwickler programmieren Spiele. Nach dem Vortrag können an DDR-Kleincomputen Spiele und kleine Beispiele in der Programmiersprache BASIC ausprobiert werden.
 

12. Januar
Studieninformationstag
Führungen durch die Ausstellung
11 und 14 Uhr

Führung durch die Ausstellung (Konstantin Groß)

Was waren „Meilensteine“ in der Geschichte von Rechenhilfsmitteln? – Diese Frage beantworte ich anhand ausgewählter historischer Exponate der Jubiläumsausstellung, die zum Teil auch Arbeitsgerät damaliger URZ-Mitarbeiter:innen waren.

 

26. Januar, 18 Uhr

Vortrag und Gesprächsrunde mit Zeitzeugen
Hörsaal 8, Hörsaalgebäude, Universitätsstraße 3

Tübke und das Rechenzentrum

Auf seinem Gemälde „Arbeiterklasse und Intelligenz“ hat Werner Tübke das Rechenzentrum der Universität abgebildet. Im Vorfeld führte er umfangreiche Recherchen und Vorstudien durch, und fertigte Skizzen von Mitarbeitern der Universität, die sich als Porträts auf dem Wandgemälde wiederfinden. Die Veranstaltung wird die Entstehung des Gemäldes beleuchten.


Führungen durch die Ausstellung auf Anfrage