Unsere Kunstsammlung umfasst ca. 10.000 Objekte – Gemälde, Plastik, Grafik und Kunsthandwerk vom 14. bis zum 21. Jahrhundert. Einen Teil der Kunstwerke zeigen wir dauerhaft oder temporär in Ausstellungen, andere Objekte lagern wir in unseren Depots. Die Kustodie verwaltet zudem auch alle Kunstgüter in den Einrichtungen, Fakultäten und Instituten der Universität, ob beweglich oder baugebunden. Auch das Gemälde im Büro des Professors oder ein Denkmal im öffentlichen Raum gehören beispielsweise dazu – wir verwalten den gesamten Kunstbesitz unserer Universität.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das Kunstwerk zeigt im Mittelgrund ein futuristisches Gebäude, das das zukünftige Rechenzentrum darstellen soll. Auf dem Gebäude sitzt eine Figur, die einem Roboter gleicht, durch das Gebäude verläuft ein Bündel von Kabeln vom linken oberen Bildrand bis mittag an den rechten Bildrand. In der rechten Bildecke unten im Vordergrund sitzt eine Frau an einem Laptop, eine andere blickt ihr über die Schulter, eine dritte sieht durch eine 3D-Brille in den Himmel. Links neben den Frauen steht ein Mann, der an einem 3D-Drucker arbeitet.
Peter M Hoffmann, Visualisierung des bis 2026 entstehenden KI-Rechenzentrums in Leipzig (KIRZL)

Kunstwerk des Monats Januar

Peter M. Hoffmann
Visualisierung des bis 2026 entstehenden
KI-Rechenzentrums in Leipzig (KIRZL)
Digitalgrafik, 2022

Das Kunstwerk des Monats Januar führt uns noch einmal in die Ausstellung "Quantensprünge – Von Leibniz zu Qubits", die noch bis 28. Januar in der Galerie im Neuen Augusteum gezeigt wird. Peter M. Hoffmann illustriert in der für die Ausstellung geschaffenen Digitalgrafik die Zukunft des  Universitätsrechenzentrums. Die Universität Leipzig hat gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kooperationspartnern aus Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung eine Initiative zur Etablierung einer leistungsfähigen KI-Infrastruktur für Forschung, Lehre und Transfer im Mitteldeutschen Revier gegründet. Im Zentrum steht die Errichtung des KI-Rechenzentrums Leipzig (KIRZL).


Das KIRZL greift die Bedarfe der Spitzenforschung und der wirtschaftlichen Anwendung auf und schafft
mit der Bereitstellung einer dringend notwendigen und lokalen Infrastruktur die Grundlage für drei
Nutzungsbereiche: Erstens Methodenentwicklung für die Erforschung Künstlicher Intelligenz (KI) sowie
Weiterentwicklung der Grundlagenforschung durch die Nutzung von KI-Methoden, zweitens Anwendungsorientierte Kooperationsprojekte aus Wirtschaft und Wissenschaft in zahlreichen Bereichen (insbesondere Medizin, Biotechnologie, Life Science, Energie- und Umwelttechnik, Smart City, IT- und E-Commerce, Automobilindustrie und Kreativwirtschaft) und drittens Aus- und Weiterbildung von IT-Fachkräften und KI-Expert:innen.


Das KIRZL nutzt die Ausstrahlungskraft des Standortes Leipzig und stärkt das Mitteldeutsche Revier als
Forschungs- und Entwicklungsstandort. Darüber hinaus intensiviert das KIRZL die Zusammenarbeit von
Wissenschaft und Wirtschaft, fördert anwendungsnahe Bildung und unterstützt Maßnahmen zur Förderung der Gründungsintensität. Es leistet damit einen maßgeblichen Beitrag zu einem erfolgreichen Strukturwandel des Mitteldeutschen Reviers, das im Zukunftsbild als Vorreiter der Digitalisierung beschrieben ist.

Sammlungsgebiete

Seit der Gründung unserer Universität im Jahr 1409 bilden akademische Gerätschaften den Grundstock der Kunstsammlung. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs sie immer mehr an: durch Auftragsarbeiten für die Ausstattung von Gebäuden, durch die Übereignung von Porträts durch Professoren und Rektoren, durch Schenkungen, Vermächtnisse und Stiftungen. Diese Sammlung ist nicht planvoll angelegt, sondern historisch gewachsen.

Insignien und universitätsgeschichtliche Gegenstände

Wertvolle Insignien bilden den kostbarsten Besitz unserer Universität. Die prunkvollen goldenen Zepter oder das kunstreich gestaltete kleine Universitätsiegel zeigen wir in unserer Dauerausstellung im Rektoratsgebäude. Mit der Rektorkette kam Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Insignie hinzu. Zu diesem Sammlungsbereich gehören auch Fahnen, Pokale und Studentica.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Die goldene und reich bestückte Rektorkette der Universität Leipzig aus dem Jahr 1855.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Die silbernen und goldenen Elemente der Zepter der Universität Leipzig finden ihren Höhepunkt in der prächtigen Krone am oberen Ende.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das mit Arkantusblättern verzierte Siegel der Universität Leipzig ist in Silber gegossen und zeigt auf der Stempelseite das Siegel des Rektors.

Kloster und Universitätskirche St. Pauli

Nach der Reformation erhielt unsere Universität durch die Schenkung des Paulinerklosters und der Kirche einen beachtlichen Bestand an mittelalterlichen Gemälden und Plastiken. Dazu zählen neben den Fresken des Dominikanerklosters und Skulpturen aus dem Klosterbesitz, wie die des Thomas von Aquin, Dietrich von Wettin oder des Apostels Paulus, auch einige frühe Grabplatten und der Paulineraltar. Die Epitaphien der Universitätskirche St. Pauli entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Die gedunkelte Sandsteinfigur zeigt den Heiligen Paulus mit einem Buch in der linken Hand, die recht Hand fehlt.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Die zweiseitige Tafel zeigt auf der Vorderseite Maria, die einem Mönch das Gefäß der Erwählung präsentiert.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Ein gebrannter Ziegelstein zeigt die Jahreszahl 1513 und ist dem alten Paulinerkloster zuzuordnen.

Porträtgalerien

Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten der Universitätselite, berühmte Wissenschaftler und Gelehrte sind in Porträtgalerien zusammengefasst. Die Professorengalerie der Universitätsbibliothek umfasst Porträts des 16. bis 18. Jahrhunderts. Einen Großteil davon stellen wir heute im ersten Obergeschoss des Neuen Augusteums aus. Die Ordinariengalerie der Juristenfakultät überliefert nahezu vollständig Bildnisse aller juristischen Ordinarien vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Private Ursprünge hat die Freundschaftsgalerie des Leipziger Verlegers Philip Erasmus Reich mit Porträts bedeutender Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Wir zeigen diese fast vollständig in der Kunstsammlung im Rektoratsgebäude.

Im 19. Jahrhundert gab die Universität zur Ausstattung des neuen Hauptgebäudes repräsentative Denkmale und Büsten in Auftrag, um Personen zu ehren, die sich besondere Verdienste für die Universität erworben hatten. Ein „Büstenhain“ wird im Foyer des neuen Augusteums aufgestellt (in Planung).

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das Porträt zeigt den Juristen Michael Wirth in Richterrobe
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das Porträt des Mediziners Johannes Hoppe präsentiert ihn in zeitgenössischer Kleidung und langem roten Haar
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Das goldgerahmte Porträt zeigt den Leipziger Verleger Reich mit reich bestickter roter Kleidung und Perücke

Grafik

Die reichen Grafikbestände unserer Sammlung umfassen ganz unterschiedliche Konvolute. Neben der Grafiksammlung des Karl-Sudhoff-Instituts und dem zeichnerischen Nachlass von W. G. Tilesius von Tillenau (vgl. dazu unser Forschungsprojekt) sind die Handzeichnungen von B. und C. Genelli oder die Werke des Leipziger Kupferstechers Johann Friedrich Bause besonders hervorzuheben.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine Szenerie mit mehreren Personen konzentriert sich im Mittelpunkt auf einen Mann, der liegend auf einem Fels von einem Putten einen Spiegel vorgehalten bekommt.
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Eine architektonische Inszenierung eines Porträts des Verstorbenen, in welcher ein kleiner Putte vor einem Grabstein unterhalb des Porträts sitzt
zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Die Grafik zeigt einen Menschen im Profil und beschreibt die verschiedenen Ebenen seines intellektuellen Denkens

Kunst der DDR

Zu Zeiten der DDR förderte die „Karl-Marx-Universität“ insbesondere Ausstellungen zeitgenössischer Künstler: Neubauten sollten mit sozialistischer Kunst geschmückt werden. So entstanden Kunstwerke unter ideologischen Vorzeichen, wie das Fassaderelief „Aufbruch“ oder das Wandbild „Arbeiterklasse und Intelligenz“ von Werner Tübke. Die Kunstsammlung der ehemaligen Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) ging in unseren Bestand über. Darunter finden sich herausragende Kunstwerke wie der „Weitspringer“ von Willi Sitte aus dem Jahr 1976 oder das "Bildnis der Eiskunstläuferin Katharina Witt" von Heinz Wagner (1986). Auch bedeutende Werke der Leipziger Schule – von Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Bernhard Heisig oder Heinz Zander – gehören zu unserem Bestand. Die Universität erhielt außerdem Künstlernachlässe, zum Beispiel von H. E. Strüning und Rudolf Oelzner.

zur Vergrößerungsansicht des Bildes: Prächtige Farben bilden eine Stadtansicht Moskaus ab
Kurt Dornis, Moskau, 1976, Foto: Kustodie/Marion Wenzel

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